Sie hat ein etwas angestaubtes Image. Die Kur wird oft noch mit Spaziergängen im Kurpark und vielleicht auch den entsprechenden Schatten verbunden. Dabei ist die Kur heute aktueller als je zuvor, sie hat sich nur ein neues Gesicht zugelegt.
Nur noch wenige Krankenkassen zahlen heute einen Kuraufenthalt. Entweder wird man zur Rehabilitation geschickt, was die Kasse bezahlt. Oder man greift in die eigene Tasche und gönnt sich einen Wellnessurlaub. Dieser kann unter Umständen sogar von der Kasse bezuschusst werden.
Schon die Römer hatten Kuren
Kuren gibt es seit vielen Jahrhunderten. Schon immer haben sich die Menschen, wenn möglich, eine Auszeit genommen. Man denke nur an die römischen Bäder, die heute noch teilweise enthalten sind. Auch andere Kulturen haben die Heilkraft des Wassers oder die Behandlung des Körpers mit Kräutern und Schlammpackungen entdeckt.
Die Kurorte in Deutschland haben mittlerweile den Wechsel von der klassischen Kur zum Gesundheitsurlaub vollzogen. Im Angebot sind längst keine Kartenspielnachmittage und gemeinsames Kaffeetrinken mehr. Stattdessen gibt es Fitnessangebote, Kunstworkshops und Kochkurse. In denen lernen die Teilnehmer, wie sie sich auch zu Hause gesund ernähren können.
Spa-Musik statt kalter Liege
Die Anwendungen sind auch bei der Wellness nicht sehr verschieden. Es gibt Massagen, die den Körper und seine Muskeln entspannen. Neu ist lediglich, dass sich das Ambiente geändert hat. Statt kalter Liege im gekachelten Raum gibt es weiche Auflagen, Spa-Musik und verschiedene Öle zur Auswahl.
Die Kneippkur hilft noch immer, die Beine wieder in Schwung zu kriegen. Bei dieser muss man in kalten Wasser herumlaufen und bekommt Aufgüsse. Das soll die auch die Abwehrkräfte stärken. Viele Kurorte sind auch Mitglied im Kneippverband, der über die Korrektheit der Anwendungen wacht.
Moderne Therapieangebote
Zur Kur gehören aber heute auch andere Therapieangebote, zum Beispiel bei Depressionen oder Essstörungen. Hier lernen die Patienten in einer entspannten und neutralen Umgebung, wie sie mit ihrer Krankheit besser umgehen können und welche Möglichkeiten sie haben, sich selbst zu helfen.