Depressionen sind auf dem Vormarsch. Nach Schätzungen der AOK litten im Jahr 2018 etwa zwölf Prozent der Frauen und fünf Prozent der Männer an Depressionen, Tendenz steigend. Diese Fälle waren auch nur jene, die bei den Kassen angezeigt wurden. Noch immer gehen viele Menschen mit Depressionen nicht in ärztliche Behandlung.
Bei schweren Depressionen, da sind sich Mediziner einig, hilft nur eine Kombination aus medikamentöser und Psychotherapie. Viele Patienten haben aber nur leichte bis mittlere Depressionen. Um nicht gleich Medikamente nehmen zu müssen, gibt es alternative Therapien. Eine davon ist Yoga.
Beim Yoga kommen zwei Effekte zusammen: die Konzentration auf den Körper und die Meditation. Bei Depressionspatienten dreht sich sehr häufig alles um die Krankheit und eine zumindest verzerrte Selbstwahrnehmung. Die Yogaübungen schaffen wieder ein Bewusstsein für das eigene Ich. Die Übungen vermitteln ein positives Körperbewusstsein. Gleichzeitig wird der Geist geschult.
Ruhe und Entspannung
Je nach Yoga-Schule lernt man neben den körperlichen Übungen die Grundlagen der Meditation. Diese erzwingt geradezu, zur Ruhe zu kommen und in sich selbst hineinzuhorchen. Patienten lernen, dass der Geist gepflegt und bisweilen gereinigt werden muss. Die Yogaschule Ayurveda spricht von einer Entschlackung des Geistes und des Körpers, die durch Yoga und Meditation erreicht werden kann.
Durch die Yogaübungen lernen Menschen mit Depressionen, aus einem Gedankenzyklus auszubrechen und buchstäblich auf andere Gedanken zu kommen. Das verschafft ihnen ein Werkzeug, beim Aufkommen einer depressiven Phase diese rechtzeitig zu erkennen und gegensteuern zu können.
Yoga gibt den Gedanken Strukturen
So wie früher das autogene Training Körperbewusstsein schuf, gibt Yoga durch die Konzentration auf schwierige Übungen dem Patienten eine Aufgabe, einen Weg und ein Ziel. Diese Strukturen helfen ebenso, den Geist zu ordnen und sich auf die Tätigkeit zu konzentrieren. Der Wechsel von Spannung und Entspannung findet anders als bei der depressiven Phase im Yoga kontrolliert statt. Damit lernen Patienten wieder, dass sie eine gewisse Kontrolle über sich und auch ihre Gedanken selbst haben.